Haartransplantation: Für wen ist sie nicht geeignet?

Mann bespricht seinen Haarausfall in einem Beratungsgespräch mit einem Arzt

Medizinisch geprüft von Dr. Barış Duman

Kurz gesagt: Von einer Haartransplantation wird in der Regel abgeraten, wenn kein ausreichender Spenderbereich vorhanden ist, die Ursache des Haarausfalls noch nicht geklärt ist oder ein akutes Problem an der Kopfhaut besteht. Bei chronischen Erkrankungen, die nicht unter Kontrolle sind, kann der Eingriff verschoben werden. Die meisten dieser Situationen bedeuten kein endgültiges Nein. Die Entscheidung trifft der Arzt, der Sie untersucht.

Wann wird in der Regel von einer Haartransplantation abgeraten?

Wenn der Spenderbereich nicht ausreicht

Bei einer Haartransplantation wird Ihr eigenes Haar verwendet. Sind am Hinterkopf und an den Seiten zu wenige Haarwurzeln vorhanden, lässt sich der gewünschte Bereich möglicherweise nicht abdecken. Diese Grenze ist wichtig, weil ein übernutzter Spenderbereich ein dauerhaftes Problem verursachen kann.

Wenn die Ursache des Haarausfalls noch nicht bekannt ist

Nicht jeder Haarausfall ist erblich bedingt. Bei Eisenmangel, Schilddrüsenproblemen oder stressbedingtem Haarausfall muss möglicherweise zuerst die Ursache behandelt werden. In dieser Phase helfen Blutwerte wie Ferritin und Schilddrüsenwerte weiter. Bei vorübergehenden Formen wie dem telogenen Effluvium ist eine Transplantation oft nicht nötig.

Wenn eine akute Erkrankung der Kopfhaut besteht

Bei einer Infektion, einer ausgeprägten Entzündung oder einer unbehandelten Erkrankung der Kopfhaut muss diese zuerst abklingen. Alopecia areata, seborrhoisches Ekzem und vernarbende Alopezie werden jeweils individuell beurteilt; mehr dazu in unserem Artikel zu Alopecia areata und Eignung.

Wenn Sie jünger als 22 sind

In unserer Klinik liegt das Mindestalter bei 22 Jahren. In jungen Jahren ist noch nicht absehbar, wie der Haarausfall weitergeht. Eine frühe Transplantation kann deshalb später zu einem unerwarteten Erscheinungsbild führen. Einzelheiten finden Sie auf der Seite Haartransplantation: ab welchem Alter.

Mehr dazu lesen Sie in den Artikeln Wer eine Haartransplantation verschieben sollte und Wirkt eine Haartransplantation bei jedem?.

Bei welchen Erkrankungen ist zuerst eine ärztliche Zustimmung nötig?

Die folgenden Erkrankungen schließen eine Haartransplantation nicht immer aus, müssen aber vor dem Eingriff abgeklärt werden:

ErkrankungZustimmung durch
Herzinfarkt, Stent, Bypass, Herzklappen-OPKardiologie
Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörung, HerzschrittmacherKardiologie
Nicht eingestellter BluthochdruckKardiologie / Innere Medizin
Diabetes (besonders nicht eingestellt oder mit Komplikationen)Endokrinologie / Innere Medizin
Schlaganfall, Hirnblutung, EpilepsieNeurologie
Gerinnungsstörung, Hämophilie, stark verminderte ThrombozytenHämatologie
Blutverdünnende MedikamenteVerordnende Fachärztin oder verordnender Facharzt
Niereninsuffizienz, Dialyse, NierentransplantationNephrologie / Transplantationsteam
Leberzirrhose, fortgeschrittene LebererkrankungGastroenterologie
Krebsbehandlung, Chemotherapie, aktive KrebserkrankungOnkologie
Organtransplantation oder immunsuppressive BehandlungZuständiger Facharzt / Transplantationsteam
Lupus, schwere AutoimmunerkrankungenRheumatologie
Schweres Asthma, COPD, AteminsuffizienzPneumologie
Akute Kopfhautinfektion, vernarbender HaarausfallDermatologie
Frühere schwere Reaktion auf LokalanästhetikaAnästhesiologie / Allergologie

Auch in diesen Situationen ist vor dem Eingriff eine ärztliche Beurteilung nötig:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Operationen am Gehirn und Eingriffe an den Hirngefäßen
  • Große Gefäßoperationen
  • Kürzlich erfolgte größere Operationen

Das bedeutet nicht zwingend, dass keine Haartransplantation möglich ist. Die Risiken müssen abgewogen werden, und die Erkrankung muss unter Kontrolle sein.

Teilen Sie uns beim ersten Gespräch Ihre vollständige Krankengeschichte und alle Medikamente mit. Mehr dazu in unserem Artikel zu Diabetes, Blutverdünnern und Bluthochdruck. Da Sie für den Eingriff ins Ausland reisen, ist es sinnvoll, dies vor der Flugbuchung zu klären.

Auch die Erwartungen zählen

Eine Haartransplantation stoppt das Fortschreiten des Haarausfalls nicht und ist durch die Möglichkeiten des Spenderbereichs begrenzt. Wenn eine nicht realistische Dichte erwartet wird oder wenn Haareausreißen (Trichotillomanie) oder eine starke Sorge um das Aussehen eine Rolle spielen, kann es sinnvoller sein, zuerst mit einer entsprechenden Fachperson zu sprechen.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es?

Je nach Ursache des Haarausfalls und Zustand der Haarwurzeln kommen Medikamente, Haarbehandlungen, autologe Stammzellanwendungen, Exosomenbehandlungen oder Scalp Micropigmentation infrage.

Welche Behandlung angewendet wird, ergibt sich aus der ausführlichen Analyse von Haar und Kopfhaut durch Ihren Arzt.

Wie prüfen wir die Eignung bei Hairpol?

Zuerst sehen wir uns Ihre Fotos und Gesundheitsangaben an. Danach beurteilen wir Ihren Spenderbereich und das Muster Ihres Haarausfalls. Wenn der Eingriff für Sie infrage kommt, erstellen wir einen persönlichen Plan für die medizinisch angemessene maximale Graftzahl, die sicher entnommen werden kann. Der Schutz des Spenderbereichs hat dabei Vorrang. Die endgültige Entscheidung trifft unser Arzt nach der Untersuchung.

Häufige Fragen

Ist eine Haartransplantation bei Diabetes möglich?

Sie kann möglich sein, wenn der Blutzucker unter Kontrolle ist und Ihr Arzt zustimmt. Nicht eingestellter Diabetes kann die Heilung beeinträchtigen, deshalb muss zuerst die Behandlung angepasst werden.

Ist eine Haartransplantation bei Bluthochdruck möglich?

Sie kann möglich sein, wenn der Blutdruck stabil und unter Kontrolle ist. Nennen Sie uns im Gespräch Ihre Medikamente und setzen Sie diese nicht eigenständig ab.

Ist eine Haartransplantation bei Hepatitis möglich?

Das wird je nach Person und nach den Möglichkeiten der Klinik beurteilt. Bitte teilen Sie uns dies beim ersten Gespräch mit. Das ist für Ihre Sicherheit und die des medizinischen Teams wichtig.

Ist eine Haartransplantation bei einer vollständigen Glatze möglich?

Entscheidend ist nicht der Grad der Glatze, sondern die Graftmenge im Spenderbereich. Reicht der Spenderbereich aus, wird die Abdeckung entsprechend geplant. Eine volle Dichte ist in keinem Fall zu erwarten.

Können Frauen eine Haartransplantation durchführen lassen?

Ja, wenn Ursache und Muster des Haarausfalls es zulassen. Beim weiblichen Haarausfall werden zuerst Hormon- und Blutwerte geprüft. Mehr dazu auf unserer Seite Haartransplantation bei Frauen.

Wie erfahre ich, ob ich geeignet bin?

Senden Sie uns klare Fotos der betroffenen Stelle und Ihres Hinterkopfs. Unser Team nimmt eine kostenlose Vorabeinschätzung vor. Die endgültige Entscheidung fällt nach der ärztlichen Untersuchung.

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